Ruinen der Gegenwart

Dorothee Albrecht, House of Ruins, 2017, Courtesy die Künstlerin / the Artist

Manit Sriwanichpoom, Dream Interruptus #4, 2000, Courtesy der Künstler / the artist

Katya Gardea Browne, Tlatelolco, Mexico City, 2015, Courtesy die Künstlerin / the artist

Francis Alÿs, The silence of Ani (filmstill), 2015, In collaboration with Antonio Fernández Ros, Julien Devaux, Félix Blume and the teens of Kars, Courtesy der Künstler / the artist & Galerie Peter Kilchmann

Ryuji Miyamoto, San-no-miya, Kobe, After the Earthquake, 1995, Courtesy Galerie Klüser, München / Munich

Clemens Botho Goldbach, Ruine_KH_WHV_2010_11, Installationsansicht Kunsthalle Wilhelmshaven, 2010/11, Courtesy der Künstler / the artist

Dorothee Albrecht, Morehshin Allahyari, Francis Alÿs, Katya Gardea Browne, Clemens Botho Goldbach,
Arata Isozaki, Gordon Matta-Clark, Ryuji Miyamoto, Manit Sriwanichpoom

Eine Kooperation zwischen KAI 10 | Arthena Foundation, Düsseldorf und KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Berlin. Kuratiert von Julia Höner und Ludwig Seyfarth.

Laufzeit: 23. Juni bis 1. Oktober 2017, Di-Sa 12 bis 17 Uhr

Unsere globalisierte Gegenwart kann als Zeitalter der Ruinen charakterisiert werden, denn überall sind wir von ihnen umgeben. Die Ausstellung Ruinen der Gegenwart befragt einerseits das immer wieder faszinierende ästhetische Potential von Ruinen, nimmt aber ebenso ihre politischen und wirtschaftlichen Ursachen sowie ihre Folgen unter die Lupe. Dabei wird auch eine historische Entwicklung nachgezeichnet: von der tradierten Idealisierung der Ruine als Quelle einer gedankenverlorenen Meditation über eine ferne Vergangenheit, zu einer der heutigen Zeit entsprechenden Ruineninterpretation, die präzise nach Entstehung und gegenwärtiger Bedeutung fragt.

Dass Ruinen heute anders zu ‚entziffern‘ sind als in der klassischen Ruinenbetrachtung, hat der Kunst- und Architekturhistoriker Robert Harbison bereits Anfang der 1990er-Jahre in seinem Buch The Built, the Unbuilt and the Unbuildable exemplarisch herausgestellt: „Nur selten ist bekannt, wie ein Gebäude zur Ruine wurde, und deshalb sehen wir darin einen einzigen, sich immer wiederholenden Prozess. Es ist überraschend, wenn man entdeckt, dass die zerrissene Ecke eines von einer Gasexplosion zerstörten Hauses sich als pittoresk erweist, genauso wie der Besuch eines von einem Erdbeben entvölkerten Dorfs. In solchen Fällen kam die Leere über Nacht, während sie in der Regel Ergebnis eines langwierigen Prozesses ist...“ Die Vielfalt heutiger Ruinen und ihre jeweils spezifischen kulturellen Resonanzen sind Thema der Ausstellung.

Die Ausstellung ist vom 22. Oktober 2017 bis 11. Februar 2018 im KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst in Berlin zu sehen.

Die Ausstellung in KAI 10 wird gefördert durch:

Eröffnung
Donnerstag, 22. Juni 2017, 19 Uhr

Begrüßung
Monika Schnetkamp, Vorsitzende Arthena Foundation

Einführung
Dr. Barbara Könches, Kunststiftung NRW

Über die Ausstellung
Julia Höner, Kuratorin

Umgekehrte Ruinen
Donnerstag, 6. Juli 2017, 19 Uhr
Round Table zur Ausstellung

Eva Schmidt, Direktorin Museum für Gegenwartskunst Siegen
Katya Gardea Browne, Clemens Botho Goldbach, Künstler der Ausstellung
Julia Höner, Ludwig Seyfarth, Kuratoren

Eine Diskussion zum Verhältnis historischer und heutiger Ruinen, ausgehend von Robert Smithsons Idee der Umgekehrten Ruine und seinem berühmtem, im mexikanischen Yucatán realisierten Projekt Hotel Palenque.

The Ruins of the Future
Donnerstag, 7. September, 19 Uhr
Vortrag in englischer Sprache

Brian Dillon, Autor, Kritiker, Kurator
Royal College of Art, London

Spätestens seit dem 18. Jahrhundert ist die Ruine eine zwar äußerlich zerfallende, aber prominente Erscheinung in Kunst und Ästhetik. Ruinen erinnern uns an die Vergangenheit, tatsächlich sind sie jedoch der Zukunft verpflichtet. Der Vortrag bezieht sich auf Beispiele aus der zeitgenössischen Kunst, die mittels Ruinen in die Zukunft blicken.

Ruiniert das Bauen!
Donnerstag, 21. September, 19 Uhr
Vortrag

Thomas Burlon, Architekt, Brandlhuber+ Emde, Burlon, Berlin

Über die Antivilla in Potsdam und andere umgewidmete Ruinen. Das Architekturbüro Brandlhuber+ Emde, Burlon geht oft von vorhandenen
ruinösen Strukturen aus und macht diese mit wenigen Eingriffen und schlüssigem Weiterbauen wieder nutzbar.