Affect Me

Social Media Images in Art

Lara Baladi, Alone, Together,… In Media Res, 2012 (video still), Dreikanal Videoinstallation / three-channel video installation, © Lara Baladi

Lara Baladi, Be Realistic, Ask for the Impossible, 2017, Multimediainstallation, bestehend aus LED-Laufschrift, drei Videoinstallationen und Wandgemälden in Collaboration mit Salma Elbalouty / multimedia installation, consisting of LED ticker, three video installations and murals in collaboration with Salma Elbalouty, Courtesy die Künstlerin / the artist, Foto / photo: Alexandra Höner

Irene Chabr, Wandernde Gesten II, 2017, Inkjet- und Laser-Prints, Kartonwabenplatten / inkjet and laser prints, honeycomb paperboard panels, Installationsansicht / installation view KAI 10 / Arthena Foundation, Courtesy die Künstlerin / the artist, Foto / photo: Alexandra Höner, © Irene Chabr

Installationsansicht / installation view : Irene Chabr & Thomas Ruff, Affect Me. Social Media Images in Art, KAI 10 / Arthena Foundation 2017, Courtesy die Künstler*innen / the artists, Konrad Fischer Galerie (Thomas Ruff), Foto / photo: Alexandra Höner, © VG Bildkunst, Bonn 2017

Forensic Architecture, Air Strike Atimah, 2015, Installationsansicht / installation view Affect Me. Social Media Images in Art, KAI 10 / Arthena Foundation 2017, Courtesy Forensic Architecture, Foto / photo: Alexandra Höner

Forensic Architecture, Air Strike Atimah, 2015 (video still), Video, Farbe, Ton / video, colour, sound, Courtesy Forensic Architecture

Lynn Hershman Leeson, iPhone Crack (August Moon), 2014, iPhone, Beamer, Sockel, technische Vorrichtung / iPhone, beamer, pedestal, technical devices, Courtesy die Künstlerin / the artist & Waldburger Wouters, Brüssel / Brussels, Foto / photo: KAI 10

Arthena Foundation, Alexandra Höner

Thomas Hirschhorn, Subjecter (Katastrophé), 2010, Schaufensterpuppe, Brautkleid, Collage, Klebeband / mannequin, wedding dress, collage, adhesive tape, Courtesy Privatsammlung / private collection, Installationsansicht / installation view Affect Me. Social Media Images in Art, KAI 10 / Arthena Foundation, 2017, Foto / photo: Alexandra Höner, © VG Bildkunst, Bonn 2017

Randa Maroufi, Le Park, 2015 (film still), Film / film, Courtesy die Künstlerin / the artist & Le Fresnoy, Studio national des arts contemporains

Randa Maroufi, Le Park, 2015, Installationsansicht / installation view Affect Me. Social Media Images in Art, KAI 10 / Arthena Foundation, 2017, Courtesy / die Künstlerin / the artist & Le Fresnoy, Studio national des arts contemporains, Foto / photo: Alexandra Höner

Rabih Mroué, Blow Up, 2012, Part 3 of the series The Fall of a Hair, 2012, Nr. / No. 1, 3, 4, 5, 7 (von insg. 7 Drucken / out of 7 prints) Lightjet-Drucke auf Hochglanzpapier / lightjet prints on high gloss paper, Installationsansicht / installation view Affect Me. Social Media Images in Art, KAI 10 / Arthena Foundation, 2017; Foto / photo: Alexandra Höner, Courtesy der Künstler / the artist & Sfeir-Semler Gallery, Beirut & Hamburg

Rabih Mroué, The Pixelated Revolution, 2012, Part 1 of the series The Fall of a Hair, 2012 (video still) Video, Farbe, Ton, Bildschirm mit Countdown / video, colour, sound, countdown screen, 21:58 min, Courtesy der Künstler / the artist & Sfeir-Semler Gallery, Beirut & Hamburg

Lara Baladi, Irene Chabr, Forensic Architecture, D. H. Saur, Lynn Hershman Leeson, Thomas Hirschhorn, Randa Maroufi, Rabih Mroué, Thomas Ruff

Kuratorinnen: Julia Höner und Kerstin Schwankweiler

Ausstellungslaufzeit: 11. November 2017 bis 10. März 2018
Dienstag bis Samstag 12 - 17 Uhr
montags, sonn- und feiertags geschlossen

Eröffnung: 10. November 2017, 19 Uhr

Im Zeitalter von Facebook, Instagram, Twitter und Co. hat sich der Umgang mit Bildern grundlegend verändert. Bilder, welche in digitalen Netzwerken zirkulieren, sind zum wichtigsten persönlichen Ausdrucksmittel einer breiten Öffentlichkeit geworden. Denn die interaktive Komponente des Web 2.0 schafft einen neuen dialogbasierten Raum, in dem die Nutzer*innen annähernd in Echtzeit kommunizieren können. Insbesondere wenn Bilder als Vehikel der Kommunikation genutzt werden, nimmt die Frequenz dieses Dialogs rasant an Fahrt auf. Denn Bilder mit ihrem hohen Affizierungspotenzial spielen geradezu virtuos auf der Klaviatur der Gefühle und lösen spontane Reaktionen bei ihren Adressaten aus. Ad hoc und mitunter aus dem Bauch heraus wird kommentiert, was andere posten. Dazu gehören Banalitäten aus dem Leben der User genauso wie Bildbeweisstücke aus den globalen Krisenherden unserer Gegenwart. Die Bedeutung dieser Bilder entsteht durch das Handeln mit ihnen, durch Interaktionsprozesse zwischen Bildern und Menschen, die vor allem durch affektive Dynamiken gekennzeichnet sind. Die Bilder bewegen die User, werden massenhaft ‚geliked‘ oder provozieren Proteste, sind Anlass für Kritik und ungehemmte Pöbelei, befördern öffentliche Debatten und wirken gemeinschaftsbildend. Sie werden vielfach aufgegriffen, in neuen Kontexten gepostet oder publiziert, mit Bildbearbeitungsprogrammen verändert oder mit neuen Aufnahmen nachgeahmt.

Besonders im Hinblick auf zeitgenössische Formen des politischen Protests manifestiert sich das demokratische Versprechen der über die Sozialen Medien verbreiteten Bilder, alternative Perspektiven auf die politischen Krisen der Gegenwart zu liefern. Die Zunahme von ideologischer Propaganda und gefälschten Informationen in den Sozialen Medien mögen diese als Kanäle der Wissensvermittlung aktuell in Verruf gebracht haben. In den weltumspannenden Protestbewegungen der letzten Jahre avancierte jedoch gerade das private, mittels Handykamera aufgenommene und in den Netzwerken online verbreitete Foto zu dem vielleicht bedeutendsten Instrumentarium einer unabhängigen Meinungsbildung.

Hier setzt die Ausstellung Affect Me. Social Media Images in Art an. Sie stellt Arbeiten von neun internationalen künstlerischen Positionen vor, die sich auf die neuen Bildphänomene der Sozialen Medien beziehen und explizit Bildmaterial aufgreifen, das im Kontext von globalen politischen Auseinandersetzungen und zivilgesellschaftlichem Protest ins Netz gespeist wurde. Sie reflektieren in ihren Arbeiten die Gebrauchsweisen und die Semantik dieser Bilder, setzen sich aber ebenso mit ihren ästhetischen Qualitäten auseinander. Mitunter lassen sie uns tief eintauchen in die Orte und Ereignisse unserer aktuellen Welt im Umbruch. Ein anderes Mal nehmen die Künstler*innen eine eher distanzierte Perspektive ein. Sie beleuchten das Vermögen der Bilder zu mobilisieren und zeigen auf, wie diese Bilder Tatsachen schaffen und dabei an der porösen Grenze zwischen Realität und Fiktion agieren.

Eine Kooperation von KAI 10 | Arthena  Foundation, Düsseldorf und dem Sonderforschungsbereich 1171 Affective Societies, Freie Universität, Berlin.

Die Ausstellung in KAI 10 wird gefördert durch:

Rahmenprogramm

Samstag, 9. Dezember 2017, 19 Uhr und Mittwoch, 13. Dezember 2017, 20 Uhr

Philip Scheffner, Havarie, 2016
Dokumentarfilm, 1:33 h

Veranstalltungsort:
Black Box Kino
Schulstr. 4, 40213 Düsseldorf
Freier Eintritt

Freitag, 16. Februar - Sonntag, 18. Februar 2018

Duesseldorf Photo

Mit geänderten Öffnungszeiten:

Freitag: 11-21 Uhr
Samstag: 11-2 Uhr
Sonntag: 11-18 Uhr

Samstag, 17. Februar 2018, 15 Uhr

Im Netzwerk der Bilder

Rundgang durch die Ausstellung mit den Kuratorinnen.

Freitag, 2. März 2018, 19 Uhr

Expanded: Affect Me in Berlin

Podiumsdiskussion mit Teilnehmer*innen aus Kunst und Kulturwissenschaft in der Akademie der Künste in Berlin. Details zum Programm werden frühzeitig auf unserer Homepage bekannt gegeben.

Akademie der Künste, Clubraum
Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Dienstag, 6. März 2018, 19 Uhr

The Pixelated Revolution

Gespräch mit Verena Straub (FU Berlin) und Rabih Mroué (Beirut/Berlin) in englischer Sprache

Der Künstler Rabih Mroué im Dialog mit der Kunsthistorikerin Verena Straub über Gebrauch und Wirkmacht von Bildern im digitalen Zeitalter.