Der müde Tod

24. Januar bis 25. April 2009

Titelbild der Ausstellung gestaltet von Astrid Sourkova und Markus Selg

Installationsansicht Der müde Tod, KAI 10 | Raum für Kunst, Foto: Roman März

Andrew Gilbert, Monument to Andrew the Zulu Queen, 2008, Installationsansicht KAI 10 | Raum für Kunst, Foto: Roman März

Bernhard Lehner, Stöcke, seit 1994 fortlaufend, Installationsansicht KAI 10 | Raum für Kunst, Foto: Roman März

vorne links: Dominic Wood, 4 Eons of Evolution: dissolution to emptiness, 2008, Installationsansicht KAI 10 | Raum für Kunst, Düsseldorf, Foto: Roman März

vorne : Markus Selg, Pietà, 2009, Taube vom westlichen Fenster, (Video), 2009, hinten links: Astrid Sourkova, Quelle am Ziel, 2008, Installationsansicht KAI 10 | Raum für Kunst, Foto: Roman März

 
Andrew Gilbert
Bernhard Lehner
Markus Selg
Astrid Sourkova
Dominic Wood

Kurator: Zdenek Felix

Die Ausstellung Der müde Tod wird von Astrid Sourkova und Markus Selg als dramatisches Gesamtkunstwerk inszeniert. Die beiden Künstler agieren in der Ausstellung als Regisseure und Bühnenbildner. Neben eigenen Werken zeigen sie Werke der Künstler Andrew Gilbert, Bernhard Lehner und Dominic Wood. Aus Skulpturen, Gemälden, Zeichnungen, Projektionen, Wandmalerei und Toninstallationen entsteht eine begehbare Bühne, in der die Kunstwerke wie Akteure in einer Handlung eingesetzt sind. Über das Raumgefüge einer klassischen Ausstellung hinaus verdichtet sich diese Montage zu einem erzählerisch-allegorischen Gebilde, in dem in vielschichtiger Weise der Frage nach Tod und Schicksal nachgegangen wird.

Als lose Erzählstruktur der Inszenierung Der müde Tod dient den beiden Künstlern der gleichnamige Stummfilm von Fritz Lang und Thea von Harbou aus dem Jahr 1921. Mit dem Untertitel Ein deutsches Volkslied in sechs Versen versehen, leitet der Film eine Ballade von zwei sich liebenden, jungen Menschen ein. Die romantisch-tragische Geschichte einer jungen Frau, die in der Begegnung mit dem personifizierten Tod ihren Ehemann zurückfordern will, führt die Unausweichlichkeit des Todes und gleichsam dessen Ohnmacht vor Augen. In verschiedene Länder und Zeiten versetzt, bekommt die Heldin von dem Tod die Aufgabe, bereits zum Ableben erklärte Menschen zu retten. Sie wird Zeugin des gesamten Panoramas menschlicher Leidenschaften und Begierden, an dem ihre Versuche scheitern. Um sich dennoch mit ihrem Geliebten zu vereinen, stirbt sie den Liebestod.

In der Ausstellung werden die narrativen Motive des Films in theatralisch-expressiver Weise in zwei räumlichen Bildern konzentriert. Im ersten Bühnenbild eröffnet sich ein zwischen den Kunstwerken aufgespannter Welthof menschlicher Konflikte. Über die ekstatische Treppe wird man durch eine Mauer hindurch – ebenfalls ein Motiv des Films – in das zweite Bild hinein geführt: eine geistige, metaphysische Vision von der Schwelle des Todes und dem Blick über diese hinaus – in die Unendlichkeit.