Reflexion und Einfühlung

21. Januar bis 31. März 2012

Jens Ullrich, 047 (1927), 2011, 200 x 285 cm, Toner auf Papier, Nessel, Holz, Courtesy VAN HORN, Düsseldorf & RECEPTION, Berlin und VG Bildkunst Bonn

Natalie Czech, Il Pleut by Oliver Tepel, 2012, aus der Serie Il pleut by Guillaume Apollinaire, 2012, Acryl auf C-Print, Museumsglas, gerahmt, 85 x 60 cm, Courtesy Katharina Bittel, Hamburg, © Natalie Czech und VG Bild Kunst, Bonn 2012

Alexandra Hopf, The Anonymous Circle 1, 2010, Schwarzweiß Fotografie, 41 x 41 cm, gerahmt, Courtesy Cruise & Callas und Alexandra Hopf

Alexandra Hopf, Future Show, mehrteilige Installation, verschiedene Materialien, Maße variabel, Ausstellungsansicht KAI 10, Foto: © Jonas Gerhard, 2012, Courtesy Cruise & Callas und Alexandra Hopf

Laure Prouvost, Deeper, 2010, Video, 1:25 Min, Installationsansicht KAI 10, Foto: © Jonas Gerhard, 2012, Courtesy MOT INTERNATIONAL, London

Olivia Plender, The Masterpiece - Issue Five, The Road to Ruin, 2006, Bleistift auf Papier, Courtesy die Künstlerin

Reflexion und Einfühlung, Werke von Natalie Czech, Installationsansicht KAI 10, Foto: © KAI 10 und VG Bild Kunst, Bonn 2012

Nashashibi/Skaer, Flash in the Metropolitan, Installationsansicht KAI 10, Foto: © Jonas Gerhard, 2012, Courtesy Lucy Skaer und LUX, London

Laure Prouvost, The Artist, 2010, Filmstill aus Video, Courtesy MOT INTERNATIONAL

Reflexion und Einfühlung, Werke von Jens Ullrich, Installationsansicht KAI 10, Foto: © Jonas Gerhard und VG Bild Kunst, Bonn 2012

Nashashibi/Skaer, Flash in the Metropolitan, 2006, Filmstill aus 16mm Film, Courtesy Rosalind Nashashibi und Lucy Skaer und LUX, London

Lucy Skaer, Leonora (The Joker), 2006, Filmstill aus 16mm Film, Courtesy Lucy Skaer und LUX, London

Natalie Czech, Fragmente KGM #2, 2009, 5-farbiger Siebdruck auf Seide, 94 x 67,3 cm, © Natalie Czech und VG Bild Kunst, Bonn 2012

Reflexion und Einfühlung, Werke von Olivia Plender, Installationsansicht KAI 10, Foto: © Jonas Gerhard, 2012, Courtesy die Künstlerin

Lucy Skaer, Leonora, mehrteilige Installation, Ausstellungsansicht KAI 10, Foto: © Jonas Gerhard, 2012, Courtesy Lucy Skaer und Arts Council Collection, London

Natalie Czech
Alexandra Hopf
Nashashibi/Skaer
Olivia Plender
Laure Prouvost
Lucy Skaer
Jens Ullrich 

Kuratorin: Julia Höner

Die Kunst und ihr Kontext sind ein schier unerschöpflicher Materialpool und ein fruchtbarer Boden für neue Entwicklungen. Seit Jahrhunderten bedienen sich Künstlerinnen und Künstler aus dem reichhaltigen stilistischen und motivischen Repertoire der Vergangenheit und spiegeln die Rahmenbedingungen, unter welchen Kunst produziert und wahrgenommen wird.
Die Ausstellung Reflexion und Einfühlung stellt sieben Künstlerinnen und Künstler vor, die sich mit der Eleganz von Flaneuren durch die Vertiefungen des Kunstsystems bewegen. Natalie Czech, Alexandra Hopf, Nashashibi / Skaer, Olivia Plender, Laure Prouvost, Lucy Skaer sowie Jens Ullrich untersuchen, unter welchen Bedingungen Kunst präsentiert wird, wer an ihrer Semantisierung Teil hat und welche Ausdrucksmöglichkeiten Künstlern heute zur Verfügung stehen, um eine eigene Form zu finden. Gemeinsam ist allen Ansätzen, dass ihre Reflexionen nicht in leidenschaftslosen und distanzierten Betrachtungen münden. Vielmehr verbindet die einzelnen künstlerischen Arbeiten eine konzeptuelle Anschaulichkeit und emotionale Aufladung, die sich in der räumlichen Verkettung der Werke im Ausstellungsraum wiederfindet.
Die Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler sind als Antwort auf eine Zeit zu verstehen, die niemals zuvor so stark von der Gleichzeitigkeit des Ungleichen in Kunst, Politik und Leben beherrscht wurde. Diese Situation lässt keine objektivierbaren Aussagen über die Welt, ebensowenig über die Kunst selbst und die Bedingungen ihrer Präsentation, zu. Stattdessen gewinnt eine subjektive, nicht verallgemeinerbare Sicht auf die Dinge die Oberhand:
Die Reflexion der Wirklichkeit wird abgelöst durch die ‚Wirklichkeit der Reflexion‘, in der das Verhältnis der Bilder untereinander und ihre Verbindung zum Subjekt des Denkens eine Rolle spielen. Künstlerviten, institutionelle Profile und existierende Werke werden gedacht als unabgeschlossene Prozesse, die zueinander und zur Kunst der Gegenwart in Bezug stehen und den Bodensatz bilden für ein Denken im unendlichen Raum der Möglichkeiten.

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