Thomas Zipp, Installationsansicht, Comparative Investigation about the Disposition of the Width of a Circle, Palazzo Rossini, La Biennale di Venezia, 2013, Photo: Roman März, Copyright: KAI 10 | Arthena Foundation / Thomas Zipp

Thomas Zipp, Installationsansicht, Comparative Investigation about the Disposition of the Width of a Circle, Palazzo Rossini, La Biennale di Venezia, 2013, Photo: Roman März, Copyright: KAI 10 | Arthena Foundation / Thomas Zipp

Thomas Zipp, C.H. #1, 2013, C-Print, 40 x 50 cm, Courtesy der Künstler & Galerie Guido W. Baudach

Thomas Zipp, A.B.L., 2010, Acryl und Öl auf Leinwand, Foto: Roman März, Copyright: Schnetkamp Collection / Thomas Zipp

Thomas Zipp, Installationsansicht KAI 10 | Arthena Foundation, Foto: Claus Langer

Lageplan Palazzo Rossini

Thomas Zipp, P.N. 30, 2008, Acryl und Öl auf Leinwand, Mixed Media auf Papier (2-teilig), 80 x 70 und 34 x 27,5 cm

Thomas Zipp, Installationsansicht KAI 10 | Arthena Foundation, Foto: Claus Langer

Thomas Zipp, Pattex 2067, 2009, Diabas, Holz, Mixed Media, 270 x 70 x 40 cm, Installationsansicht KAI 10 | Arthena Foundation, Foto: Claus Langer

Thomas Zipp, Installationsansicht KAI 10 | Arthena Foundation, Foto: Claus Langer

Thomas Zipp, Installationsansicht KAI 10 | Arthena Foundation, Foto: Claus Langer

Thomas Zipp “Comparative Investigation about the Disposition of the Width of a Circle”

Konzept der Installation von Thomas Zipp

Mit dem vielschichtigen Titel seines Entwurfes für sein Projekt im Palazzo Rossini macht Thomas Zipp gleich zwei Bedeutungsebenen auf. Einerseits bezieht er sich auf einen Liedtext des englischen Musikers David Bowie von 1970, „The Width of a Circle“, andererseits auf ein Phänomen aus der Hysterieforschung. Bowie selbst verwies in seinem Liedtext auf verschiedene Parabeln und Themen von Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“, wobei es ihm im Speziellen um das sexuelle Verhältnis zu seinem „Teufel“, der Droge, ging.

Zugleich aber bezieht sich das Projekt von Thomas Zipp auf den französischen Begriff des „l'arc de cercle“, wie er in der berühmten Klinik für Geisteskranke, in der „Salpetriere“ bei Paris, in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts geprägt wurde, wo eine umfassende enzyklopädische Dokumentation dieser „Krankheiten“ entstand.

Besonders interessant für den Künstler ist die Erfindung und Erforschung des ausgeprägten Krankheitsbildes der Hysterie, wie sie durch die Ärzte des „Salpetriere“, speziell durch Jean-Martin Charcot (1825-1893) vorgenommen wurde. Für Thomas Zipp steht die Transformation einer solchen Erfindung in eine „quasi-künstlerische“ Ebene im Vordergrund, vergleichbar mit dem unabweisbar „sexuellen Verhältnis“ zur Droge, wie sich dieses bei Bowie vollzieht.

In der Installation von Thomas Zipp soll eine Version einer Forschungsanstalt gezeigt werden, die sich nicht ausschließlich mit Hysterie beschäftigt, sondern auch mit der Dualität (Schizophrenie) in einer Person – in diesem Falle der Person des Künstlers, der zugleich Arzt und Patient ist. Die von Zipp entworfene „Forschungsanstalt“ umfasst acht Teile, die zugleich für die Räume der fiktiven psychiatrischen Klinik stehen: Empfang, Direktorenzimmer, Bibliothek, Behandlungszimmer, Schlafsaal, Auditorium, Tobe-Raum und Flur, in denen der Künstler seine Idee der virulenten Klinik realisieren will.

KAI 10 | Arthena Foundation

Die Gesamtinszenierung “Comparative Investigation about the Disposition of the Width of a Circle” von Thomas Zipp wird getragen von der gemeinnützigen Stiftung Arthena Foundation, die von der Sammlerin und Unternehmerin Monika Schnetkamp gegründet wurde. Im Düsseldorfer Medienhafen eröffnete die Stiftung 2008 ihr Ausstellungshaus KAI 10 mit der Ausstellung “No Illusions”. Als experimentelle Plattform für Gegenwartskunst gedacht, setzt sich die Institution KAI 10 I Arthena Foundation zum Ziel, eine Art geistige Werkstatt zu sein, in der junge Künstler und Künstlerinnen bei der Umsetzung ihrer Projekte unterstützt und gefördert werden. Die Stiftung setzt somit die Förderung von künstlerischen Prozessen und der Werkgenese in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten. In jährlich drei bis vier Gruppenausstellungen werden in KAI 10 | Arthena Foundation unterschiedliche thematische Komplexe und deren  künstlerische, gesellschaftliche und mediale Berührungspunkte aufgezeigt und zur Diskussion gestellt. Obgleich der Fokus auf die junge aktuelle Szene gerichtet ist, werden auch anerkannte Positionen berücksichtigt. Seit September 2008 waren schon über 80 Künstler, sowohl international etablierte wie Mike Kelley, Rachel Harrison, Heimo Zobering, als auch vornehmlich die junge Generation wie Anna Parkina, Andrew Gilbert, Björn Dahlem, Markus Selg oder Natalie Czech im Düsseldorfer Medienhafen zu Gast.

Das enzyklopädische Werk von Thomas Zipp

Der in Berlin lebende Künstler Thomas Zipp bezieht eine Reihe von Verfahren und Medien in seine Werke ein. Er ist gleichzeitig Maler und Zeichner, stellt plastische Objekte und Skulpturen her, arbeitet mit Fotografie, macht Filme, benutzt die Technik der Collage und Assemblage, wobei sein Hauptinteresse der installativen Arbeit gilt. Seine Ausstellungen basieren auf raumgreifenden Inszenierungen, in die einzelne Werke wie Gemälde, Zeichnungen oder Fotoarbeiten einbezogen werden. Meist stellt der Künstler seine Ausstellungen unter ein Motto, das ihm als Indikator für die thematische Ausrichtung seiner Raumensembles dient.

Zipp, der einmal als „Psychonaut der Kunst“ bezeichnet wurde, betreibt in seinen Projekten und Installationen die Erforschung des Unbewussten in all seinen Formen. Seine „dunkle Ästhetik“ umfasst die Wirkungen von Drogen wie auch die Suggestion der Heavy-Metall-Musik, Grenzbereiche der Philosophie und Religion ebenso, wie die verborgenen Bereiche der Psychiatrie und der Psychopathologie und deren Verbindungen zur gesellschaftlichen Realität.

Der vielschichtige Charakter der Werke und Inszenierungen von Thomas Zipp, deren Bandbreite fast enzyklopädische Dimensionen aufweist, soll in der Ausstellung im Palazzo Rossini zum Ausdruck gebracht werden. Zipps Interesse an der bildhaften Erforschung vom Denken, Fühlen und Wahrnehmen des Menschen, seine Erforschung im Bereich der Psychiatrie und Psychologie, verleihen seiner Arbeit einen universellen Anspruch, der die Grenzen der scheinbar imaginären Welt der Kunst bei Weitem überschreitet.

Donnerstag, 3. Oktober 2013, um 16 Uhr

Performance und Film in der Ausstellung von Thomas Zipp Comparative Investigation about the Disposition of the Width of a Circle

THOMAS ZIPP The Chips Are Down, 2013

Filmvorführung mit Live-Musik, 30 min.   
Performance und Treatment mit "KOREN HELMETS”
Der Künstler ist anwesend.

Veranstaltungsort: Palazzo Rossini, Campo Manin, Venedig

 

 

Thomas Zipp

Comparative Investigation about the Disposition of the Width of a Circle

1 Juni – 24 November 2013

Palazzo Rossini

Campo Manin 30124 Venedig, Italien
(zwischen Accademia und Rialto Brücke)

Täglich geöffnet: 10 – 18:00 Uhr
Dienstag geschlossen

 

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