Uncertain Maps
Franz Ackermann, Jens Bleckmann, DAG, Olafur ElIasson, Esther Ernst, Julius Hartauer, Michael Golz, Christian Pilz, Isabell Schulte
Ausstellungslaufzeit: 27. Februar bis 6. September 2026
Begleitprogramm und Führungen
Kuratoren: Ludwig Seyfarth & Klaus-Peter Kirchner
Kartographische Pläne sind selten eindeutige Aufzeichnungen des Gegebenen. Auch wenn sie Rationalität und Objektivität suggerieren, bewegen sie sich in einem nie von Subjektivität freien Raum zwischen Abbildern und Zeichen, zwischen Bild und Sprache – letztlich zwischen Realität und Fiktion – auch deswegen, weil sie Maßstäben folgen, die bestimmen, wo die Genauigkeit im Detail aufhört. Auf gedruckten Weltkarten wird der Standort von KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION kaum zu finden sein. Erst in digitale Karten lässt sich beliebig hineinzoomen. Doch gibt es Länder und Orte, die nur auf fiktiven Karten zu finden sind, etwa das Lummerland aus Michael Endes berühmten Jim Knopf-Romanen. Kartographisch inspirierte Fiktionen gibt es jedoch nicht nur in Kinderbüchern, sondern auch im Werk vieler Künstlerinnen und Künstler. Hier finden wir originelle Auf- und Verzeichnungen von Reiseerlebnissen, daneben detaillierte Entwürfe erdachter Orte und Länder. Kartographisch anmutende, zeichensprachlich oder ornamental wuchernde Strukturen können sich zu ganz eigenen Weltentwürfen entwickeln. Vieles, was in Uncertain Maps zu sehen ist, bleibt vieldeutig: Handelt es sich um die Abbildung oder Evokation einer äußeren Wirklichkeit, von Landschaften und Städten? Sind es Versuche, innere, mentale Zustände aufzuzeichnen – emotionale oder kognitive Karten, die räumliche Informationen im Gedächtnis repräsentieren? Oder werden digitale Datenströme sichtbar gemacht? Auch für praktische und wissenschaftliche Zwecke erstellte Bilder lassen sich anders ‚lesen‘ als für das intendierte kartographische Vorhaben, etwa Satellitenaufnahmen des staatlichen isländischen Landesvermessungsamts. Wenn Künstlerinnen und Künstler ein Terrain sondieren, sei es ein reales oder der Fantasie entsprungenes, werden ihre Kartierungen in der Regel zu Uncertain Maps, die uns auf Wege führen, die in keinem gewöhnlichen Atlas zu finden sind.
Ausstellungsbroschüre
Hintergrundinformationen zur Ausstellung und allen Künstler*innen finden Sie hier.
Abbildungen
Begleitprogramm
Donnerstag, 26 Februar 2026, 19 Uhr
Uncertain Maps : Eröffnung
Samstag, 18 April 2026, 19 Uhr – Sonntag, 19 April 2026, 1 Uhr
Uncertain Maps: Düsseldorfer Nacht der Künste 2026
Karten, Grenzen und Bewegungen
Die Gruppenausstellung Uncertain Maps beruht auf der Faszination, die Karten und Stadtpläne auf Künstlerinnen und Künstler ausüben. Sie führt uns in reale Länder und Städte, aber auch in komplex erdachte Welten hinein. Neben Führungen durch die Ausstellung wird es die Großprojektion Grenzen und Bewegungen von Shpresa Faqi geben. In ihren Reiseprojekten, über die sie auch selbst in KAI 10 berichten wird, befasst sich die Künstlerin mit Flucht- und anderen Bewegungen, mit kulturellen Begegnungen sowie mit inneren und äußeren Grenzen, die sie aus unterschiedlichen Perspektiven und stets ohne erhobenen Zeigefinger reflektiert. Die Projektion ist eine Collage aus Zeichnungen, Fotografien und Filmen, die in Deutschland, England, Südosteuropa oder Südamerika entstanden sind.
Projektion Grenzen und Bewegungen von Shpresa Faqi
20:30 & 22:30 Uhr
Führung durch die Ausstellung
22 & 23 Uhr
Der Kurator Ludwig Seyfarth führt in die Ausstellung Uncertain Maps ein und stellt ausgewählte Werke vor.
Tickets für alle teilnehmenden Häuser gibt es im Vorverkauf online, in KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION und an der Abendkasse für 17,00 € (12,00 € ermäßigt).
Mittwoch, 27 Mai 2026, 19 Uhr
Uncertain Maps: aufbrechen – ankommen: Eine Kooperation mit dem Literaturbüro NRW
Anne Weber (Autorin, Paris) & Esther Ernst (Künstlerin, Berlin & Solothurn) über das Reisen und das Entdecken fremder Länder und Städte
Die Reihe aufbrechen – ankommen ist eine Initiative des Literaturbüros NRW. Die beiden Begriffe werden sowohl geographisch verstanden als auch sinnbildlich für Lebensveränderungen. Sie sind verknüpft mit Mut, Hoffnung und Sicherheit ebenso wie mit Wünschen und Ängsten.
Die in KAI 10 stattfindenden Veranstaltungen dieser Reihe bringen in der Ausstellung Uncertain Maps jeweils eine Autorin/einen Autor und eine Künstlerin/einen Künstler zusammen, die sich auf unterschiedliche, aber vergleichbare Weise mit realen oder imaginären Reisen beschäftigen.
In ihrem Roman Bannmeilen schickt Anne Weber ihre Protagonistin auf Streifzüge durch die Peripherie von Paris und beschreibt eine ganz besondere Erfahrung von Stadt.
Anne Weber ging 1983 nach Paris, wo sie heute noch lebt. Für ihr Versepos Annette erhielt sie 2020 den Deutschen Buchpreis.
Was die Schweizer Künstlerin Esther Ernst bildnerisch notiert, beruht ausschließlich auf Eindrücken von Orten, entweder in ihrem Kiez oder auf Reisen in ferne Länder und Städte, so nach Istanbul oder Kairo. In ihren komplex angelegten Zeichnungen steht schnell und skizzenhaft Hingesetztes neben detailliert wiedergegebenen Szenerien und aufgefächerten kartographischen Plänen, ergänzt durch tagebuchartige schriftliche Aufzeichnungen.
Öffentliche Führungen
Öffentliche Führungen | 15 Uhr: 01.03. | 15.03. | 29.03. | 12.04. | 26.04. | 10.05. | 31.05. | 14.06. | 28.06. | 12.07. | 26.07. | 09.08. | 23.08. | 06.09.2026
