Publikationsstipendium „Publish Now!“ 2026
Kasia Fudakowski und Donj Nasseri erhalten das Publikationsstipendium „Publish Now!“ 2026 der ARTHENA FOUNDATION in Düsseldorf
Die ARTHENA FOUNDATION vergibt zwei Förderstipendien, die Künstlerinnen und Künstler bei der Umsetzung einer Publikation unterstützt. Die unabhängige Jury wählte aus den zahlreichen eingegangenen Bewerbungen als Stipendiatinnen des „Publish Now!“-Stipendiums Kasia Fudakowski und Donja Nasseri aus. Das Stipendium richtet sich an Kunstschaffende, die in besonderer Weise das Medium Buch im Hinblick auf die eigene Arbeit reflektieren.
Monika Schnetkamp, Vorstandsvorsitzende KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION:
„Mit dieser vielschichtigen Fördermaßnahme möchte die ARTHENA FOUNDATION Kunstschaffende in ihrer beruflichen Entwicklung unterstützen. Wir gratulieren den Stipendiatinnen, wünschen viel Erfolg bei der Umsetzung der Publikationen und freuen uns sehr, die Stipendiatinnen auf diesem Weg zu begleiten. Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse.“
Die Geförderten
Kasia Fudakowski (*1985 in London, GB) lebt und arbeitet in Berlin. In ihrer vielfältigen und spielerischen Praxis, die Skulptur, Performance, Literatur und Film umfasst, erforscht sie soziale Rätsel anhand materieller Begegnungen, surrealer Logik und Komiktheorie. Ein Großteil ihrer Arbeit beschäftigt sich mit Grenzen, sowohl realen als auch erfundenen, und untersucht, wie unsere Anpassungsfähigkeit sowohl ein Mittel zum Überleben als auch der Ursprung unserer gegenwärtigen Zwangslage sein kann.
Jurystatement:
„Kasia Fudakowskis Publikationsvorhaben verschiebt bewusst die Erwartungen an ein Catalogue Raisonné. Statt abgeschlossene Werke zu dokumentieren, richtet sich der Fokus auf den Moment des Entscheidens selbst. „Catalogue Reasonné – A Book of Reasons“ versammelt Argumente für und gegen konkrete, wie auch absurde Entscheidungen und macht diesen oft widersprüchlichen, emotional aufgeladenen Prozess sichtbar.“
Donja Nasseri (*1990 in Düsseldorf) ist eine deutsch-ägyptisch-afghanische Künstlerin, deren Arbeiten zu kritischer Reflexion über die miteinander verflochtenen Geschichten und Narrative anregen, die unser Verständnis von (Geschlechts-)Identität, Trauma und Disruption prägen. Sie konzentriert sich auf die Reaktivierung von Materialien aus Museen, Archiven und Gemeinschaften, um einen Dialog über die Auswirkungen des Kolonialismus sowie die Notwendigkeit von Restitution und Reparation anzustoßen.
Jurystatement:
„Donja Nasseri überzeugt mit einem klar entwickelten und konsequent weitergedachten Publikationsvorhaben, das ihre künstlerische Praxis präzise in das Medium Buch überführt. „Mad Dogs of the Desert“ verknüpft Fragen von kulturellem Erbe, Migration, Aneignung und kolonialen Machtstrukturen mit einer vielschichtigen narrativen Struktur. Besonders überzeugend ist die Bezugnahme auf Kinder- und Abenteuerliteratur: Formal orientiert sich das Projekt am Lustigen Taschenbuch und nutzt dessen Bild-Text-Dynamik, um Populärkultur, Erinnerung und kritische Reflexion miteinander zu verschränken. Die geplante Zusammenarbeit mit weiteren Künstlerinnen und Künstler stärken das Projekt zusätzlich als kollektiven, diskursiven Raum.“
