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Active Threads

KADER ATTIA, JUAN PÉREZ AGIRREGOIKOA, CIAN DAYRIT, EDITH DEKYNDT, KYUNGAH HAM, MAGDALENA KITA, ELLEN LESPERANCE, HANA MILETIĆ

Ausstellungslaufzeit: Februar bis Mai 2021

Kuratorin: Julia Höner

Die internationale Gruppenausstellung Active Threads geht der sozialen und politischen Bedeutung von Textilien in der heutigen Zeit nach. Sie thematisiert, dass stoffliche Gewebe auch in unserer digitalen Gegenwart immer noch extrem wirksame Kommunikationsmittel sind. Die Ausstellung streift dabei geopolitische Konflikte, latente und offenkundige postkoloniale Wunden sowie Beispiele von zivilem Protest, aber auch Motive der Fankultur. Dabei zeigt sich, in welch vielfältiger Weise Textilien zu Katalysatoren sozialer und kultureller Prozesse werden können.

Textilien sind in allen Teilen der Welt zu finden. Sie bilden weit verzweigte Netzwerke, in denen sich historische Handelsrouten und individuelle Biografien sowie die diskriminierenden Konsequenzen des Kapitalismus manifestieren. Außerdem dienen textile Gewebe kulturübergreifend als Urbild sozialer Verbundenheit innerhalb einer Gesellschaft – nicht zuletzt, weil stoffliche Träger auf der Verbindung einzelner Fäden beruhen, die erst zusammen ein reißfestes Gewebe ergeben. Die sozial sinnstiftende Funktion textiler Materialien zeigt sich auch bei der Kleidung, deren Funktion als eine Art zweite Haut, über die wir uns mitteilen, geläufig ist. Die Ausstellung beleuchtet hingegen die weniger offensichtlichen, alltäglichen sowie politisch aufgeladenen Situationen, in denen textile Gewebe gesellschaftliche Tragweite haben – weil sie etwa denjenigen, die sonst sprachlos sind, eine Stimme verleihen. Textilien verbinden Menschen und Dinge, vernetzen Kulturen und Geographien, verknüpfen Unverbundenes oder Zerstörtes, stiften Identität und Gemeinschaft und fördern kollektive Erfahrungen. Sie kommen aber auch dann zum Einsatz, wenn zementierte Gesellschaftsbilder und politische Ordnungen in Frage gestellt werden. Die Ausstellung zeigt, in welcher Form stoffliche Gewebe und textile Techniken politische Botschaften enthalten können, Dekor sich in radikale Symbolik verwandelt oder Stoffe Erinnerungen stützen und unsere materielle Umwelt bewahren. Die acht internationalen Künstler*innen stellen in ihren Arbeiten – darunter handwerklich oder industriell hergestellte Webarbeiten, Handgesticktes, Rauminstallationen, Gouachen und bemalte Stoffbanner – auch die so häufig gebrauchte Metapher des ‚Sozialen Bands‘ auf den Prüfstand und reflektieren heutige Formen gesellschaftlichen Zusammenlebens und sozialer Verbundenheit.

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